Saalburg/Saale nach 1806

Die Nachkommen in und aus Saalburg und ihre Berufe,

Monneuse in der Ortschronik, Weber, Gendarmen, Juweliere u.a.

Aus Pierre François wurde Peter Franz Monneuse

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SAALBURG/SAALE NACH 1806. DIE NACHKOMMEN IN UND AUS SAALBURG/SAALE UND IHRE BERUFE. UNSER FRANZÖSISCHER AHNE IN DER ORTSCHRONIK AUS DEM JAHR 1918 ERWÄHNT. Seit 2002 sind die Linien nach Frankreich verbunden.

Die Farben der aktuellen deutschen Flagge entsprechen denen der  Reußenfahne 

Zunftzeichen der Weber und der Greif als Wappentier

Oben ein Ausschnitt von Oberpfarrer R. Haselbacher (1922) zur Geschichte Saalburgs (notiert 1918, Titel: „Aus einer vergessenen Residenz“, falsch als Moneuse gedruckt)

Zu den Perversionen von Kriegen gehört, dass einer der Urenkel im ersten Weltkrieg auf deutscher Seite in der Heimat seiner Vorväter, der Picardie, keine 100 km vom Geburtsort des Urgroßvaters gegen französische Soldaten kämpfte. Er wird es nicht gewusst haben. Interessant, dass Haselbacher es in der Chronik erwähnenswert fand, dass sich ein napoleonischer Soldat ansiedelte. Später geriet es in Jahrestagsbroschüren von Saalburg und der geschriebenen Regionalgeschichte fast 100 Jahre in Vergessenheit, da dort niemand wusste, dass es noch Nachkommen gibt.

 

Als Barchenwebergeselle (auch Barchent-Weber für das Verweben von Leinen– und Baumwolle) steht er als Peter Franz Monneuse (1844) im Eheeintrag im Kirchenregister in Saalburg/Saale 1808. Später, zur Geburt der Kinder, ist er Webermeister. 2 Söhne werden auch Weber, sicher lernten sie den Beruf bei ihrem Vater. Er hatte zwischen 1808 und 1816 insgesamt 7 Kinder. Zur Eheschließung waren die Zwillinge Christian Carl Heinrich und Wilhelm Franz Heinrich unterwegs, die 4 Monate später geboren wurden. Der erste verstarb nach 6 Monaten, und der zweite mit 13 Jahren. Der im Dezember 1809 geborene Karl August verstarb nach 6 Tagen. Karoline Friedericke Amalie, ein Jahr später geboren, lebte nur 1 Monat. Unvorstellbar dieses Leid, aber es gab allgemein eine hohe Kindersterblichkeit in dieser Zeit.  Am 20.10.1812 wurden dann Karl Christian Emil (1875) und am 06.11.1816 Wilhelm Christian Benedikt (1874) geboren. Dazwischen die Tochter Marie Franziska Wilhelmine, von der wir später in Saalburg keine weiteren Spuren fanden, die also vermutlich auswärts heiratete. Wir fanden häufig keine Spuren von Töchtern, da diese oft außerhalb im Wohnort der Ehemänner heirateten. Der jüngste Sohn Wilhelm Christian Benedikt heiratete 1843 in Saalburg nach 6 Jahren Militärdienst, teilweise in der Ebersdorfer Kaserne als Rekrut, Gefreiter und Unteroffizier. Er hatte 3 in Saalburg/Saale geborene Kinder in deren Geburtsangaben er wieder Weber ist. Um 1850 wurde er Zuchthausaufseher in Lobenstein, 1857 Gendarm in Gera/Zwötzen und um 1870 in Großaga, wo er auch verstarb. 2 weitere Kinder wurden in Lobenstein und 2 während der Zeit in Zwötzen geboren. Von ihm gibt es eine umfangreiche Akte des beruflichen Werdeganges. Der älteste Sohn von Pierre François, Karl Christian Emil heiratete bereits 1839 in Zoppoten, hatte 10 Kinder, davon 3 Söhne. Ebenfalls 1839 wurde er Bürger und Webermeister in Saalburg, vermutlich übernahm er den Betrieb des Vaters als ältester Sohn. Am 29.12.1864 beschloss die Weberinnung Saalburg ein neues Statut, jedoch ist hier keine Unterschrift von einem Monneuse zu finden. Dessen ältester Sohn Karl Heinrich Wilhelm (1918) wiederum wurde zunächst auch Weber, schon in 3. Generation in Saalburg, steht aber später in Unterlagen als Waldarbeiter und er starb 1918. Herr Sengewald, der den Franzosen gekannt haben will, wird ihn gekannt haben und dessen Angabe Flößer, passt zu dem Waldarbeiter. Flößer war in der eisfreien Zeit ein verbreiteter und gefährlicher Beruf in Saalburg/Saale (Herr  Weidhaas in Remptendorf beschäftigte sich 2006 speziell mit dieser Berufsgruppe). Er ist der letzte Monneuse, der in Saalburg starb und Pierre François noch persönlich kannte. Oberpfarrer (1917-1918) Haselbacher (1918 verstorben), der erstmals in einem gedruckten Dokument (1922) die Familie erwähnt, muss mit Karl Heinrich Wilhelm gesprochen haben. Sein mittlerer Sohn Christian Friedrich Ferdinand (1882) verließ Saalburg, heiratete in Langenbach, hatte dort 4 Kinder, über deren Verbleib wir leider wenig wissen, arbeitete als Zimmermann und starb nach einer Rückenmarksverletzung infolge eines Unfalls im Alter von 35 Jahren. Die Kinder waren gerade 1-7 Jahre alt. Es gibt heute keine Namensnachkommen dieser Linie mehr in Deutschland. Der jüngste Sohn von Karl Christian Emil,  Wilhelm Max Theodor, der sein Geld mit Holzmachen und Besenbinden verdiente, verstarb 1905 mit 53 Jahren an einem Schlaganfall in Saalburg. Er hatte verkrüppelte Beine und war ledig. Damit endete nach etwa 100 Jahren und 3 Generationen die Zeit der Namensträger Monneuse in Saalburg/Saale und zugleich die Zeit der Weber.

Paul Otto Monneuse, Jahrgang 1927, dessen Frau Gisela geborene Fröhlich zufällig Weberin war, tritt, ohne dass er dies ahnt, in eine Polizei-, Miliz- und Gendarmentradition und wird um 1950 Polizist in Schleiz und später in Gera. Der erste bekannte Gendarm ist der im September 1792 von der Kommune eingesetzte Kommissar im Gefängnis La Force und zugleich Richter in Paris, Pierre Martin Monneuse, später Colonel in der Armee und 1801 von Napoleon auf die Seychellen deportiert. Nach Angaben seines Sohnes soll er vor der Revolution unter Louis XI. General gewesen sein und 1792 im Gefängnis Temple die Königsfanilie bewacht haben. Es folgten Wilhelm Christian Benedikt und der französische Milizionär Emile Adolphe Monneuse, der 1945 in Körlin gefallen ist. Er war seit 31.12.1931 Ritter der Ehrenlegion und war damals als Infanterieoberleutnant in Calais stationiert, dann Milizionär (Capitain). In Roßwein/Sachsen war der jüngste Sohn aus Langenbach, Max Ewald Monneuse, geboren 1881, langjährig Polizist, wo wir ihn 2007 erst in einem digital aufgearbeiteten Adressbuch von 1935 fanden. Wahrscheinlich war es für die berufliche Entwicklung als Polizist in der DDR besser, dass er das nicht wissen und nicht darauf verweisen konnte. Unten mehr zum jüngsten Sohn Pierres und dessen beruflichen Entwicklung. Von ihm haben wir einen Scherenschnitt von 1840, die älteste deutsche Bilddarstellung aus der Brüdergemeine Ebersdorf, angefertigt vom örtlichen Färber Ernst Gottlieb Kapp während der Militärdienstzeit Wilhelms in Ebersdorf um 1840. Dr. Fiedler fand das Bild bei Recherchen zur Vorbereitung einer Ausstellung (2006) in Saalburg-Ebersdorf im Gemeinearchiv.

Deckel der Akte im Staatsarchiv Greiz zum Gendarmen Wilhelm Christian Benedikt Monneuse. Sie enthält eine große Anzahl von handschriftlichen Dokumenten von ihm und einige seiner Witwe. Die Akte verrät viel von den damaligen Lebensverhältnissen einer Gendarmenfamilie.

 

Wilhelm Christian Benedikt Monneuse, der jüngste Sohn von Pierre François Joseph

oben rechts: Scherenschnitt 1840 als Füselier, darunter ein Bild eines Unteroffiziers R.j.L,

diesen Rang hatte er 1841

links: Bild mit Gendarmen von Reuß jüngerer Linie 1899, er wird als Gendarm in Gera (Zwötzen) und Großaga um 1860-74 eine sehr ähnliche Uniform getragen haben

Die erste Teilung in verschiedene Linien, die 2008 noch existieren erfolgte bereite bei den Söhnen unseres Franzosen und später bei den Enkeln. Die Linien gingen dann direkt von Saalburg in die Orte Lobenstein, Langenbach, Plauen und Oschitz. Von dort dann weiter in andere Orte und sogar Länder.

Monneuse, Moneuse

Association Mon'n'euse

Genealogie und Links

Namensursprung

Prominente und Normale

Deutsche Forschung

Verbreitung des Namens

Napoléon, 08.10.1806

Das Jahr 2006

Internat. Dokumente

Hannapes/Aisne/Picardie

Familien-Journal

Cousinade 2010, Marly

USA und Amerika

Hier der Eintrag aus dem Hof– und Behördenkalender für das Fürstentum Reuß jüngere Linie aus dem Jahr 1864 mit dem Eintrag als Gendarm in Zwötzen